Bewegung und Entwicklung

Nonverbale Prozesse der frühkindlichen Entwicklung und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Persönlichkeit
mit Ute Maria Lang

ab Herbst 2018

fortbildungDieses Seminar orientiert sich an Entwicklungsprozessen der ersten drei Lebensjahre. Entscheidende Themen in dieser Zeit sind sichere Bindung und Selbstvertrauen, die Ich- Entwicklung von Anpassung und Selbstbehauptung, der Umgang mit Frustration, Aggressionen, und schliesslich auch Konfliktfähigkeit und sozialer Kompetenz.

Wir werden die ganzkörperlichen Bewegungsmuster und ihre Auswirkung auf die psychische Entwicklung nachvollziehen. Auch wesentliche Reifungsprozesse frühkindlicher Entwicklung und die hierzu notwendigen und förderlichen Beziehungsangebote werden wir ganz praktisch erkunden. Hierzu ziehen wir die Laban/Bartenieff Bewegungsstudien und Kestenbergs Ansatz zur Beobachtung, Beschreibung und Interventionsplanung von bewegten Prozessen heran.

Sich vom Boden abdrücken, zu etwas hinreichen, nach etwas greifen und es heranziehen, das sind neurophysiologische Handlungen mit denen Babys ihre Bedürfnisse befriedigen und die Welt erkunden. Und in den  frühen Beziehungen mit den Bezugspersonen entstehen auch die ersten emotionalen Muster, sowie unser Bindungsverhalten das sich auf unser weiteres Leben auswirkt.

Werden Babys bei diesen Handlungen bestärkt, lernen sie sich zu trauen nach dem zu greifen, was sie erkunden wollen. Wird Ihnen das Zugreifen verboten, wird auch ihr Erforschen abweisend begrenzt. Dann werden sie unsicher und ziehen sich beschämt zurück, trauen sich nicht mehr zuzugreifen. Unsicherheit und Scham treten an die Stelle von Neugier und Freude. Solche sich wiederholenden Erfahrungen prägen ihr gesamtes In-der-Welt-sein und wirken sich auf ihre weitere Entwicklung aus.

Im Laufe des Seminars erfahren Sie etwas über

  • die ganzkörperlichen Bewegungsmuster
  • ihre Zuordnung zu den Phasen der psychischen Entwicklung
  • phasenspezifische Themen und das entsprechende Bindungsverhalten
  • und Aspekte zu Reifungsprozessen des Gehirns

Ziel ist es, Ihre Beobachtungsfähigkeit für entwicklungsbedingte Bewegungsphänomene zu sensibilisieren. Und ein grundlegendes verkörpertens Verständnis für nonverbale Entwicklungsprozesse zu erlangen.

Die bewegte Erfahrung und das eigene Erkunden schaffen einen neuen Blick auf Entwicklungsprozesse und ihre Störungen. Die Theorie wird sich ganz nah an die Erfahrungen anbinden, so dass Sie neue Interventionsmöglichkeiten für Ihre praktische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen bekommen werden.

Der Kurs wendet sich an Menschen in pädagogischen, helfenden und therapeutischen Berufen, egal ob Sie mit Kindern oder Erwachsenen arbeiten. Sie brauchen keine Vorkenntnisse in der Tanztherapie zu haben. Nur die Neugierde sich auf bewegte Erfahrungen einzulassen und Ihr eigenes Körpererleben in Bewegung zu erkunden.

Erst nach der Teilnahme an diesem Einführungsseminar entscheiden Sie ob Sie an der weiteren Seminarreihe teilnehmen wollen.

Praktische Informationen

Termin: Herbst 2018

Selbstorganisierte Gruppen können individuelle Termine vereinbaren.

Kursort: in Berlin

 

Ein Überblick über die Inhalte der weiteren Seminare

2. Seminar

Bewegungsmuster des 1. Lebensjahres, psychische Entwichkungsthemen die Vertrauen herstellen, Spannungsflussrhythmen erkunden und Spielformen des kreativen Umgangs mit diesen Rhythmen in Beziehung erleben. Sie erkunden Themen der Vertrauensbildung.

3. Seminar

Bewegungsmuster des 2. Lebensjahres, Entwicklungsthemen von Anpassung und Selbstbehauptung erkunden. Formungsqualitäten in Interaktionen erleben und ihre Beziehungsdynamik verstehen. Setze ich mich für meine Bedürfnisse ein?

4. Seminar

Bewegungsmuster des 3. Lebensjahres, Entwicklungslinien von bewegten Interaktionen erkunden. Konfliktfähigkeit und soziale Kompetenz stärken, konstruktiven Umgang mit Aggressionen erkunden. Es geht um die Fähigkeit sich aktiv für die eigenen Belange einzusetzen!

Ziel der Seminarreihe ist es, die Beobachtungsfähigkeit für entwicklungsbedingte Bewegungsphänomene zu schärfen und ein verkörpertes Verständnis für die Zusammenhänge der psychischen und physischen Entwicklung zu erlangen, sowie sich mit eigenen Themen  auseinander zu setzen.